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Globales
En Jahr nach der Invasion: Es wurde Zeit für unseren Gaza-Freiheitsmarsch
Warum ich dabei bin
Von Pam Rasmussen
Folgen der anhaltenden Blockade
Aber dieses Mal ist es anders. Das Datum unserer Ankunft markiert genau ein Jahr nach dem Angriff und seitdem hat sich wenig verändert. Auf Grund der anhaltenden Blockade, die Israel und Ägypten mit dem Einverständnis der USA und der EU aufrecht erhalten, sind nur wenige Häuser wieder aufgebaut worden, die Arbeitslosigkeit ist nahe 50 %, zwei Drittel der Schulkinder lernen ohne Hefte und Bleistifte, und Babys leiden wegen des kontaminierten Wassers an Nitratvergiftung und kommen blau zur Welt. Genug ist genug. Es ist Zeit, etwas Dramatisches zu tun. Es wurde Zeit für den Gaza-Freiheitsmarsch.
Die CODEPINK-Frauen
Die Idee für den Marsch hatten die CODEPINK-Frauen, als eine Delegation von ihnen im Juni in Gaza war. Norman Finkelstein – der jüdische Gelehrte und Kritiker des zionistischen Rassismus – schwebte eine globale Annäherung von Gerechtigkeitsaktivisten vor – genau in der Woche, in der vor einem Jahr der Angriff begann, und gegen die seit 3 Jahren andauernde Belagerung. Diese Annäherung wird bald Realität werden – falls Ägypten nicht im Weg steht und sich weigert, die Rafah-Kreuzung zu öffnen, womit es gedroht hat. Den 1.300 Internationalen werden sich 50.000 Palästinenser im Gazastreifen anschließen, wenn wir am 31. Dezember von Abed Rabbo – einer Gemeinde, von der fast jedes Gebäude während der Invasion zerstört wurde – losmarschieren. Genau so werden auf der andern Seite des Erez-Überganges in Israel Friedensaktivisten einen eigenen Marsch durchführen.
Israels Menschenrechtsverstöße
Aber warum im Gazastreifen marschieren? Es fragen mich so viele Leute, warum wir nicht den Millionen Armen hier in den USA helfen, warum einem Volk Tausende von km weit weg, das anscheinend in einen nie endenden Konflikt hineingezogen wurde? Tatsächlich gibt es eine Menge Gründe dafür – interne und internationale: 2007 veröffentlichte der UN-Menschenrechtsbeauftragte für die besetzten Gebiete, John Dugard, einen sehr kritischen Bericht über Israels Menschenrechtsverstöße. Danach gibt es kein anderes westliches Regime, das einem entwickelten Volk die Selbstbestimmung und Menschenrechte so lange Zeit verweigert hat. Die besetzten Gebiete sind für den Westen offenbar zu einem Test geworden, zu einem Test, durch den seine Verpflichtungen gegenüber den Menschenrechten beurteilt werden können. Die Tatsachen vor Ort haben sich in Palästina in den letzten drei Jahren verschlimmert, deren Höhepunkt Israels unverhältnismäßiger Angriff auf den Gazastreifen war (2008/2009).
Die USA sind mitverantwortlich
Außerdem sind Amerikaner – und damit ich auch – mitverantwortlich für das Leiden so vieler unschuldiger Menschen, da unsere Regierung Israel täglich für sieben Millionen Dollar vor allem militärische Hilfe gibt, ohne dass Bedingungen daran geknüpft sind – weit mehr als an alle Länder Afrikas südlich der Sahara zusammen. Die Amerikaner werden deshalb von vielen in der Welt für die israelischen Menschenrechtsverletzungen als mitverantwortlich angesehen. Außerdem haben die USA 42mal Resolutionen des UN-Sicherheitsrats mit einem Veto blockiert.
Aber vielleicht ist für mich der wichtigste Grund für mein Zurückgehen nach Gaza und meine Teilnahme am Gaza-Freiheitsmarsch der, dass ich, seitdem ich 2007 das erste Mal meinen Fuß auf das mit Blut und Tränen bedeckte Land setzte, eine so große Herzlichkeit bei den Menschen dort fühlte. Die Art der Gesellschaft, in der ich leben möchte, kennt keine Grenzen zwischen den Privilegierten und den anderen. Aber wenn Linien gezogen werden müssen oder in diesem Fall Mauern und Stacheldrahtzäune – dann will ich auf Seiten der Palästinenser stehen. (PK)
Quelle: Electronic Intifada -Why I want to march in Gaza
Ellen Rohlfs, Mitarbeiterin von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt, hat diesen Text übersetzt.
Online-Flyer Nr. 230 vom 30.12.2009
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Globales
En Jahr nach der Invasion: Es wurde Zeit für unseren Gaza-Freiheitsmarsch
Warum ich dabei bin
Von Pam Rasmussen
Folgen der anhaltenden Blockade
Aber dieses Mal ist es anders. Das Datum unserer Ankunft markiert genau ein Jahr nach dem Angriff und seitdem hat sich wenig verändert. Auf Grund der anhaltenden Blockade, die Israel und Ägypten mit dem Einverständnis der USA und der EU aufrecht erhalten, sind nur wenige Häuser wieder aufgebaut worden, die Arbeitslosigkeit ist nahe 50 %, zwei Drittel der Schulkinder lernen ohne Hefte und Bleistifte, und Babys leiden wegen des kontaminierten Wassers an Nitratvergiftung und kommen blau zur Welt. Genug ist genug. Es ist Zeit, etwas Dramatisches zu tun. Es wurde Zeit für den Gaza-Freiheitsmarsch.
Die CODEPINK-Frauen
Die Idee für den Marsch hatten die CODEPINK-Frauen, als eine Delegation von ihnen im Juni in Gaza war. Norman Finkelstein – der jüdische Gelehrte und Kritiker des zionistischen Rassismus – schwebte eine globale Annäherung von Gerechtigkeitsaktivisten vor – genau in der Woche, in der vor einem Jahr der Angriff begann, und gegen die seit 3 Jahren andauernde Belagerung. Diese Annäherung wird bald Realität werden – falls Ägypten nicht im Weg steht und sich weigert, die Rafah-Kreuzung zu öffnen, womit es gedroht hat. Den 1.300 Internationalen werden sich 50.000 Palästinenser im Gazastreifen anschließen, wenn wir am 31. Dezember von Abed Rabbo – einer Gemeinde, von der fast jedes Gebäude während der Invasion zerstört wurde – losmarschieren. Genau so werden auf der andern Seite des Erez-Überganges in Israel Friedensaktivisten einen eigenen Marsch durchführen.
Israels Menschenrechtsverstöße
Aber warum im Gazastreifen marschieren? Es fragen mich so viele Leute, warum wir nicht den Millionen Armen hier in den USA helfen, warum einem Volk Tausende von km weit weg, das anscheinend in einen nie endenden Konflikt hineingezogen wurde? Tatsächlich gibt es eine Menge Gründe dafür – interne und internationale: 2007 veröffentlichte der UN-Menschenrechtsbeauftragte für die besetzten Gebiete, John Dugard, einen sehr kritischen Bericht über Israels Menschenrechtsverstöße. Danach gibt es kein anderes westliches Regime, das einem entwickelten Volk die Selbstbestimmung und Menschenrechte so lange Zeit verweigert hat. Die besetzten Gebiete sind für den Westen offenbar zu einem Test geworden, zu einem Test, durch den seine Verpflichtungen gegenüber den Menschenrechten beurteilt werden können. Die Tatsachen vor Ort haben sich in Palästina in den letzten drei Jahren verschlimmert, deren Höhepunkt Israels unverhältnismäßiger Angriff auf den Gazastreifen war (2008/2009).
Die USA sind mitverantwortlich
Außerdem sind Amerikaner – und damit ich auch – mitverantwortlich für das Leiden so vieler unschuldiger Menschen, da unsere Regierung Israel täglich für sieben Millionen Dollar vor allem militärische Hilfe gibt, ohne dass Bedingungen daran geknüpft sind – weit mehr als an alle Länder Afrikas südlich der Sahara zusammen. Die Amerikaner werden deshalb von vielen in der Welt für die israelischen Menschenrechtsverletzungen als mitverantwortlich angesehen. Außerdem haben die USA 42mal Resolutionen des UN-Sicherheitsrats mit einem Veto blockiert.
Aber vielleicht ist für mich der wichtigste Grund für mein Zurückgehen nach Gaza und meine Teilnahme am Gaza-Freiheitsmarsch der, dass ich, seitdem ich 2007 das erste Mal meinen Fuß auf das mit Blut und Tränen bedeckte Land setzte, eine so große Herzlichkeit bei den Menschen dort fühlte. Die Art der Gesellschaft, in der ich leben möchte, kennt keine Grenzen zwischen den Privilegierten und den anderen. Aber wenn Linien gezogen werden müssen oder in diesem Fall Mauern und Stacheldrahtzäune – dann will ich auf Seiten der Palästinenser stehen. (PK)
Quelle: Electronic Intifada -Why I want to march in Gaza
Ellen Rohlfs, Mitarbeiterin von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt, hat diesen Text übersetzt.
Online-Flyer Nr. 230 vom 30.12.2009
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