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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Globales
Pundits und ihre Medien – Medien und ihre Pundits
Bombing Mecca 4 – was noch?
Von Dr. Maryam Dagmar Schatz

Um die aktuelle Medien-Kampagne und die Botschaften zu verstehen, die Sarah Palin jetzt gegen Barack Obama an den Mann und die Frau bringen soll, muss man wissen, daß dieser Versuch nicht neu ist. Er wurde durch die Wahl 2008 nur kurz unterbrochen. Bevor wir uns in der fünften und letzten Folge dann endlich intensiver Sarah Palin selbst widmen, handelt diese Folge von einer exemplarischen Schnittstelle zwischen den konservativen Medien, einem (neo-) konservativen Pundit (= Experten) und dem bellizistischen Hegemonialdiskurs – den aktuell Sarah Palin voranbringen soll.


Der Wunschtraum: eine Atombombe auf Teheran
Montage: Autorin

2006 war ich durch das - anlässlich des Libanonkrieges geführte und mittlerweile wohl eingestellte Blog „Beirut Live“  (1) - auf einen Artikel aufmerksam geworden, der unter dem Titel "Blood Borders“  (2) über eine Neuzeichnung der Landkarte und des  Nahen und Mittleren Ostens nachdachte. Damit hatte - anlässlich des Libanon-Krieges - der (neo-)konservative amerikanische Autor Ralph Peters Furore gemacht, der diesen Artikel in der  US-Amerikanischen Militärzeitung „Armed Forces Journal“ (3), veröffentlichte, die an Angehörige der US-Streitkräfte kostenlos verteilt wird.

Peters, Murdoch, Fox-News and more


„Töten durch die Taliban spart uns Ärger und Anwaltsrechnungen…“
Quelle: screenshot/youtube

Peters gilt als Chef-Stratege bei Fox und hat eine regelmäßige Kolumne in der „New York Post“, beides Murdoch-Medien. 2006 bewarb er gerade sein Buch: „Never Quit the Fight“, eine Aufsatzsammlung aus den Jahren 2003 bis 2006. Was Progressive, Linke, Linksliberale und Liberale über ihn denken, kann u.a. hier (4) (5)nachgelesen werden.

Vorweg: den Tiefpunkt seiner Auslassungen erreichte er im Sommer letzten Jahres. Der Hintergrund: ein Obergefreiter (Private First Class, PFC) namens Bowe Bergdahl (6) hatte sich aus letztendlich nicht aufgeklärten Gründen von seinem Stützpunkt entfernt und war in die Hände der Taliban geraten, die für seine Freilassung im Austausch sowohl die Freilassung einer pakistanischen Wissenschaftlerin  (7) verlangen, die seit 5 Jahren ohne Gerichtsverfahren in Bagram festgehalten wird, als auch die Freilassung der in Guantanamo einsitzenden Afghanen. Die Taliban veröffentlichten ein Video, auf dem Bergdahl sagte, er habe Angst, nach Hause zu kommen. Peters wurde dazu von einer Fox-Moderatorin befragt und führte aus, da man ja nicht sicher wisse, wie der junge Soldat in die Hände der Taliban geraten sei, müsse man auch in Betracht ziehen, daß er desertiert sein könne. Die Taliban sollten ihn ruhig umbringen, das würde zuhause viel „Ärger und Anwaltsrechnungen“ ersparen. In dem Video ist deutlich zu sehen, daß das selbst für eine Fox-Moderatorin starker Tobak ist.

Jetzt hat er ein neues Buch verfasst: „The War After Armageddon“, das eine Welt nach mehreren Dirty-Bomb-Anschlägen zeigt, und Israel „Nuked off the Face oft the Earth by Iran“, was, so ein Rezensent, ja täglich zu erwarten sei. Dieses Buch wird beworben mit einem Aufsatz „Nightmare in the Middleeast“, in dem er seine wesentlichen Gedanken von 2006 wieder aufgreift. Ralph Peters ist für die Gedankenwelt der Neocons beispielhaft und sicherlich einflussreicher, als es sein Enddienstgrad bei den US-Streifkräften vermuten lässt.


Globales „Kulturgut“
Quelle: www.fox.com
Rupert Murdoch ist ein globaler australisch-amerikanischer Medientycoon, dem zwei Prozent aller Medien in der Welt gehören sollen, darunter Fox-News, das auch eine große Anzahl kleinerer Radiostationen beliefert, und bei dem unlängst Sarah Palin angeheuert hat. Ich versuche es kurz zu machen: Fox News gilt in den USA als der meistgesehene Nachrichtensender (8), Sprachrohr des rechten Flügels der Republikaner, und trommelt seit geraumer Zeit (9) für eine militärische Lösung im Iran.  Der Namedes Senders ist abgeleitet von der Filmgesellschaft 20th Century Fox, die Murdoch ebenfalls gehört. Deren letzter Erfolg war der Film „Avatar“.

Bei Fox finden wir einige Sendeformate wie „Glen Beck“, „Sean Hannity“ und „Bill O’Reilly“, die wir aus dem „Dreckigen Dutzend der Islamophobie“ kennen – und jetzt auch Sarah Palin, für deren Fernsehauftritte das Palin-Haus in Wasilla umgebaut wurde. Palin’s Küche wird im fünften und letzten Teil dieser Serie vorgestellt. Zum Medienimperium von Murdoch gehören u.a. in Großbritannien: „Sky Channel“, „The Times“, in den USA: „The New York Post“ (über die er Barack Obama unterstützt hat), das „Wall Street Journal“. Wenn man die Website von Fox (10) aufruft, fallen einem einige Formate auf, die man von RTL kennt: „American Idol“ (Deutschland sucht den Superstar), „Bones, die Knochenjägerin“ und „Dr. House“ – sicherlich kein Beweis für gute Beziehungen zu RTL, aber ein Hinweis. Allerdings formiert sich in den USA auch Widerstand rund um den Dokumentarfilm „Outfoxed“ (Ausgefuchst): Rupert Murdochs Krieg gegen den Journalismus. (11) Hier ist der Trailer: http://www.sendspace.com/file/f28si2. Der vollständige Film in deutscher Sprache kann hier (12) angesehen werden.

Aber der Reihe nach: In einem Zeitraum, der sich in etwa mit der zweiten Amtszeit von George W. Bush deckt, waren zwei Extremsportarten bei den US-amerikanischen (Neo-)Konservativen groß in Mode: Europäer-Bashing und Europa-Power-Beschimpfing, das besonders Nahrung erhielt, als Gerhard Schröder seine kritische Zurückhaltung zum Irak-Krieg kundtat und Frankreich gegenüber dem Iran auf Gespräche setzte  (13), als die USA schon mal versuchten, vorzupreschen. Da versuchte die FAZ, uns Peters als „Sprachrohr eines erzürnten Amerika“ anzudrehen, wo es sich doch eher um „Peters going rogue“ (14) handelte. Die Hybris ist aus der Rückschau von nunmehr sieben Jahren schon fast Realsatire – bzw. könnte es sein, wenn es nicht so traurig wäre. O-Ton: „Wir haben unseren Krieg leicht gewonnen…“ Den Irak-Krieg. Ja, klar. „…ohne eure Hilfe…“ Echt? Wer sich den ganzen Text antun will, folge dem Link. Die Nachricht ist hier nicht, daß Peters diesen Text verbrochen hat, sondern daß die FAZ ernsthaft versucht hat, den in Deutschland an den Mann und die Frau zu bringen und als Auffassung von ganz „Amerika“ zu verkaufen.

Exkurs: Condoleezza Rice – Absturz im Libanon-Krieg

Wer als nächstes gehyped wurde, war Condoleezza Rice, die Frau, bei der Dabbeljuh denken ließ (15): zunächst Nationale Sicherheitsberaterin, dann ab 2005 Außenministerin.


Condi: When the shit hits the fan…
Quelle: „De Groene Amsterdammer“
2006, während und nach dem Libanon-Krieg wurde nach einem „Grand Design“ gesucht, und da zeigte sich, daß „Condi“ überfordert war. Sie konnte nicht liefern. Am Mittwoch, 16. August 2006 schrieb n-tv über den Krieg, dessen Folgen sie eigentlich hatte managen sollen, Condi’s Krieg also:
http://www.n-tv.de/politik/dossier/Ueber-den-Kurs-der-USA-article195290.html
„US-Außenministerin Condoleezza Rice ist in Not.“ Der „Rockstar" der US-Regierung („New York Times") wird nach sechs Jahren als eine Säule der Regierung von George W. Bush erstmals persönlich heftig kritisiert. Noch bevor sich der Pulverdampf in Nahost verzogen hat, scheinen die USA nach gut vier Wochen Krieg und Krisendiplomatie als einer der Verlierer dazustehen. „Dies ist Condi's Krieg – und bisher, so scheint es, gewinnt sie ihn nicht", schrieb der Politologe James Mann in der „Washington Post". Und allseits wird ein neuerlicher Ansehensverlust der USA beklagt. „Die USA haben einen schweren Imageschaden als neutrale Vermittler erlitten", meint das Massenblatt „USA Today". Hubert Smets brachte es in seinem Leitartikel in „De Groene Amsterdammer“ ebenfalls auf den Punkt: „Doch die Zeichen stehen nicht auf Sonnenschein. Bush’s großes Projekt wird fünf Jahre nach dem 11. September an drei realen Fronten zugleich ausgefochten. In Afghanistan hat sich die Operation „Enduring Freedom“ als Scheinerfolg herausgestellt. Der Irak hat alle Kennzeichen eines Sumpfes. Im Libanon wird Rice noch nicht einmal mehr empfangen. Und nun droht eine vierte Front: Israel selbst. Es geht nicht mehr nur um sichere Grenzen für Israel, das selbstverständlich vor den Raketenangriffen der Hisbollah geschützt werden muss. Es geht um mehr. So, wie die Hisbollah einen durch Iran bevollmächtigten Krieg führt, so kann Israel zur „Stellvertreterfront“ werden. Die amerikanische Haltung soll Unterstützung für Israel sein, doch sie kann eines Tages für Israel auch zur Gefahr werden. Die Bremse ist, dank Bush, gelöst. Oder mit seinen eigenen Worten: ‚the shit hits the fan. Scheiße am Hacken…‘“   Wie gesagt: Condi konnte nicht liefern. Da machte der Aufsatz von Peters das erste Mal Furore, und ich habe ihn damals übersetzt. Frau Rice gehört heute in die Rubrik „Was macht eigentlich…?“ Nun, sie unterrichtet Politik an der Uni, hält Vorträge und bekommt Honorare. Es sei ihr gegönnt.

Und hier ist der Text, der schon 2006 für Furore sorgte:   Blutgrenzen

Passt das zum „Grand  Chessboard“ von Brzezinski?

Es wäre sicherlich nicht uninteressant, Peters‘ neu gezeichnete Landkarten mit dem zu vergleichen, was  Zbigniew Brzezinski (16), jetzt außenpolitischer Berater Obamas, über den NRhZ-Autor Wolfgang Effenberger  schon ausführlich geschrieben hat (17) (18), sich für das „Grand Chessboard“ überlegt hat, doch das würde den Rahmen des Artikels sprengen. Seine Position zu Iran - gegenüber deutschen Medien - (Stern, 2006): „Ein nuklearer Iran wäre nicht gefährlicher als Israel.“ (19) Auch  2009 tritt Brzezinski in einem Interview mit dem Handelsblatt für Verhandlungen ein (20). Hier ist er beinahe prophetisch (21):

„Wenn die USA weiterhin in einem langen, blutigen Engagement im Irak in die Knie gezwungen werden, ist der Endpunkt dieser abschüssigen Strecke wahrscheinlich ein direkter Konflikt mit dem Iran und mit einem Großteil der Welt des Islam im Allgemeinen. Ein plausibles Szenario für einen Konflikt mit dem Iran wäre das der Nichteinhaltung von Vorgaben, gefolgt davon, den Iran für das Scheitern verantwortlich zu machen; dann folgte eine Provokation im Irak oder ein terroristischer Akt, für den man den Iran verantwortlich machen könnte. Dies könnte dann in einer „defensiven“ US-Militäraktion gipfeln, die ein einsames Amerika in einen Sumpf stürzt, der sich über Iran, Irak bis nach Pakistan und Afghanistan erstreckt.“  Das Ziel ist das gleiche wie bei Peters, doch die Methode nicht so plump. Es gibt einige Dinge, vor denen er – siehe oben – ausdrücklich warnt.

Eine Sender-Gleiwitz-Aktion?


 „Wir brauchen einen neuen Elften September.“
Quelle: screenshot/youtube

Eine Sender-Gleiwitz-Aktion (22), zum Beispiel. Zur Erinnerung (23): Der Überfall auf den Sender Gleiwitz war eine von mehreren false-flag-Operationen, die zur Legitimierung des Überfalles auf Polen benutzt wurden.

Nun ja, sicherlich nicht das Auffinden von uniformierten toten Iranern, aber die belgische Internetzeitung „vandaag“ berichtet in ihrer Ausgabe vom 20. Februar über angebliche Versuche des Iran, durch den Ausschluss sunnitischer Kandidaten die anstehende irakische Parlamentswahl zu beeinflussen. (24) Googelt man der Geschichte allerdings hinterher, so findet man unter den Namen der angegriffenen und der unsauberen Kontakte mit dem Iran den des schiitischen Politikers Ahmad Celebi, und daß der, einst Schützling des Pentagon, jetzt aus der Gnade gefallen sei. Offenbar soll er jetzt „runtergeschrieben“ werden. Die zwei „sunnitischen“ Herren, über die dort berichtet wird, hatten doch offenbar etwas andere Hindernisgründe: der eine war Mitglied der Baath-Partei Saddam Husseins, bei dem anderen war mal ein Waffenlager gefunden worden. Die belgische Quelle spricht von „mehr als 140“ ausgeschlossenen sunnitischen Politikern.
Terrorakt? Ja. Flugzeug? (25) – Flugzeug geht immer. Oder noch besser: ein neuer Angriff auf die USA – Fox-„Host“ Glen Beck stimmt einem Gast darin zu...(26) Going rogue…

Exkurs: Englisch lernen mit den Neocons


Englisch lernen mit den Neocons
Quelle: Spotlight 6/07

Noch mal zurück zu den heydays der Europakritik im Jahr 2007 und einem Beispiel von viralem Marketing – der Ideen der Neocons. Mir fiel auf dem Köln-Bonner Flughafen Ende  Mai 2007 die aktuelle Ausgabe des Sprachmagazins „Spotlight“ in die Finger. Im entsprechenden Artikel, neben der Familie Kagan, die eigentlich einen eigenen Eintrag verdient (Papa Professor, Tochter Kimberly Dozentin in Westpoint, Sohn Frederick beim Neo-Con-Think-Tank „American Enterprise Institute“ (27), Sohn Robert – heute in Brüssel ansässig, wo seine Gattin US-Botschafterin bei der NATO ist, „drittberühmtester Großdeuter der Weltpolitik“), noch einige aus der zweiten Reihe mit Zitaten, die aus dem Abstand von heute doch etwas seltsam anmuten. Als ich für das Blog „duckhome“ 2008 (28) meinen Ursprungsartikel von 2007 aufs Neue überarbeitet habe, wirkten einige der großmäuligen Phrasen schon etwas lächerlich, heute wird an ihrer erneuten Berechtigung gearbeitet. Ganz mächtig auf den Putz haut eine Nachwuchshoffnung namens Claire Berlinski: „For the most part, Europe is regarded by American policymakers as an irrelevant museum at best, a squawking nuisance at worst.” Und:  “The September 11 attacks were plotted in Hamburg. The assasins of Afghanistan’s Northern Alliance Leader…carried Belgian Passports, Zacarias Moussaoui…was born in France and educated in Britain.”

Soll heißen, Europa ist schuld. Niall Ferguson, seinerzeit „Fellow” beim „American Enterprise Institute“  läßt sich im Artikel wie folgt zitieren: „It’s not America’s enemies, who hate the United States most; it’s people in countries, that are supposed to be America’s friends, if not allies.” Da darf er sich jetzt, da in den Niederlanden das Kabinett “Balkenende IV“ über die Frage des den Bürgern bei der letzten Wahl versprochenen Rückzugs aus Afghanistan auseinander gebrochen ist, sicher bestätigt fühlen.
Wieso das alles? Ein gewisser Francis auf der Leserseite einer Zeitung hat eine Erklärung: „The losers of the world always hate the winner. Und ein Howard Juneau sagt:  “No one likes us…We don’t care“. Ja, is’ klar. Frau Berlinski lief uns seinerzeit noch ein zweites Mal über den Weg, als auf der legendären „Pepperdine-Konferenz“, mit der wir uns schon öfter beschäftigt haben, der Kollaps von Europa festgestellt wurde, war sie mit an Bord. Mittlerweile wohnt sie in Istanbul und schreibt auch mal für Radio Free Europe/Radio Liberty  (29), das aus den ehemaligen „hinter den Eisernen Vorhang“ sendenden, nach dem zweiten Weltkrieg gegründeten Radioprogrammen entstanden ist.

Pepperdine


Hirsi Ali, Broder, Berlinski, Chesler: Der Islam steigt auf und Europa kollabiert.
Quelle: http://www.americanfreedomalliance.org/microsite/collapseofeurope/program.htm
Wer sonst noch an Bord war, kann im Programm noch besichtigt werden: Leon de Winter, Afshin Ellian, Daniel Pipes, Robert Spencer…

Ralph Peters war natürlich die ganze Zeit über weiter fleißig, und hat – ebenfalls 2007 – einen Artikel (30) in der „New York Post“ veröffentlicht, „Nuke Nightmare“, in dem er uns einiges über das gesamtislamische Atomwaffenprogramm erzählt: es ging  vordergründig um den israelischen Angriff auf ein Ziel in Syrien 2007, doch eigentlich sei das eine Nachricht an den Iran gewesen. Außerdem hätten die Israel Defence Forces was für ihr Image tun müssen und die Syrer darauf hingewiesen, daß sie sich nichts darauf einzubilden hätten, daß ihr „Klient“, die Hisbollah, 2006 den Libanonkrieg gewonnen hätte. „Gewonnen“ in Anführungszeichen. Und die Pakistanis? „Mein Verdacht ist, dass Pakistanis beteiligt waren – oder Inter-Services Intelligence Agency (31), eine Organisation mit oft widersprüchlichen und immer zweifelhafter Loyalitäten.“ Ja, und die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi (32), kungelt mit dem syrischen Präsidenten. Peters‘ Konsequenz: „Wir sollten über das Streben der Terroristen nach Atomwaffen mehr besorgt sein denn je. Israel hat es richtig gemacht“. Zum Schluss stellt er die sicher nur rhetorisch gemeinte Frage: „Iran im Dezember 2008?“ Das deckt sich – zufällig (?) damit, daß Daniel Pipes vor der Präsidentschaftswahl 2008 auch für einen Angriff getrommelt hat, solange Bush noch im Amt war. Doch damals war der Angriff nicht mehr so recht auf der Agenda – was man momentan zu ändern versucht (33).

Peters war in den USA immer in den Medien, doch erst jetzt macht er mit einem neuen Buch und einem weiteren Grundsatzartikel wieder über die USA hinaus von sich reden. Das Buch heißt, wie oben bereits erwähnt, „War after Armageddon“. Laut kurzer Inhaltsangabe im Internet: Die USA und Europa wurden durch Dirty Bombst verwüstet, der Iran hat Israel durch eine Atombombe verwüstet, der ganze Nahe Osten ist in der Hand von Jihadisten, und nun bemühen sich die Männer des Military Order of the Brothers in Christ (MOBIC), das Land zurückzuerobern, und danach treibt sie ihr Fanatismus dazu, jeden Muslim, ob Mann, Frau oder Kind umzubringen. Wie Peters das findet und wie die  Geschichte ausgeht, habe ich nicht mehr herausfinden können.

Desweiteren hat Peters einen Text verfasst, den man fast als Antwort auf die beiden oben erwähnten Texte von 2003 und 2006 lesen kann: „Nightmare in the Middleeast (34)“, was hier verbildlicht wurde. http://www.nypost.com/rw/nypost/2010/01/31/news/photos_stories/SPREAD195835.jpg 

Ich kann mich also auf das Wesentliche beschränken. 

Irak:

Hieß es 2003 noch: „Wir haben unseren Krieg leicht gewonnen“, so heißt es heute: „Ich kann nicht sagen, daß wir es nicht versucht hätten.“ Die Zahl der von der Wahl ausgeschlossenen sunnitischen Politiker gibt Peters mit 500 an, und als Schuldigen macht auch er Ahmed Chalabi aus, habe der doch Bush versprochen, es würde Rosen auf die US-Truppen regnen. Kein Wort mehr vom Kurdenstaat als dem prowestlichten Staat zwischen Bulgarien und Japan – Peters muß einräumen, daß die Kurden selbst in Kirkuk die Macht teilen müssen.

Türkei:


„Seit langem in der Nato, doch die Mitgliedschaft in der EU wird ihr verweigert. Hat Identitätskrise. Die (Erdogan-Partei) AKP versucht, Atatürks Werk, die säkulare Verfassung, zu zerstören. Die AKP hat ihre Basis in den Slums und auf dem Land, und deswegen kann das säkulare und kosmopolitische türkische Bürgertum die islamische Flut (!) nicht aufhalten. Sollte das Militär putschen, um das Erbe Atatürks zu erhalten, unterstützt die Obama-Administration bestimmt die Islamisten. Bis dahin ziehen die gegenwärtigen Führer der Türkei das Land Richtung Naher Osten und weg vom Westen.“

Israel:


„In der Region die letzte Hoffnung der zivilisierten Welt, bleibt das Land das Ziel der internationalen Linken, die von einem anderen, gründlicheren Holocaust träumen. Das Scheitern des ‚Friedensprozesses‘ wird weitergehen. Die Araber werden Israel weiterhin als Sündenbock für ihr eigenes Scheitern brauchen. Und mit seiner Kairoer Rede ermutigte Präsident Obama die schlimmsten Elemente der Araber, was diese Holzköpfe davon überzeugte, daß sie sich nicht um einen Kompromiss mit Israel bemühen müssten – denn  die USA würden auf die Seite der Araber wechseln. Die Kairo-Rede könnte sich als die zerstörerischste Rede in der Geschichte der US-Außenpolitik erweisen.“

Soweit Peters. Was er und die Anderen jetzt aktuell möchten – Ann Coulter (35) hat nie damit aufgehört – habe ich im Eingangsbild dargestellt: „Nuke ‘em!“

Alle Anderen waren auch erst einmal etwas ruhiger – zumindest in den in Europa wahrgenommenen Medien. Auf Fox, den angeschlossenen Medien, den Radioprogrammen und den konservativen Blättern und Internetprogrammen hat man - wie Ralph Peters - natürlich nie geschwiegen, die (neo-)konservative Agenda fest im Blick. Die Punkte dieser Agenda  transportiert jetzt Sarah Palin – mit Unterstützung (36). Darüber dann Genaueres im fünften und letzten Teil.(PK)


Dr. med. Dagmar Schatz ist gebürtige Kölnerin, seit 21 Jahren Muslimin - islamischer Name "Maryam" - und seit 20 Jahren Sanitätsoffizier bei der Bundeswehr, jetzt mit Dienstgrad Oberfeldarzt. Im Internet hat sie unter ihrem nom de plume "bigberta", einige Bekanntheit erlangt, schreibt aber jetzt nur noch unter ihrem "Klarnamen".

 

Anmerkungen:

(1)http://www.beirutlive.blogspot.com/
(2)http://www.armedforcesjournal.com/2006/06/1833899
(3)http://www.afji.com/
(4)http://mediamatters.org/search/index?qstring=Ralph+Peters&x=0&y=0
(5)http://wonkroom.thinkprogress.org/2009/07/23/ralph-peters-a-history-of-violence/
(6)http://www.dailykos.com/storyonly/2009/7/22/756497/-23-Congressional-Vets-Condemn-Fox-News-Analyst-Ralph-Peters
(7)http://www.defence.pk/forums/national-political-issues/13057-dr-afia-siddiqui-grey-ghost-lady-bagram.html
(8)http://de.wikipedia.org/wiki/Fox_News
(9)http://thinkprogress.org/2006/07/19/kristol-iran/
(10)http://www.fox.com/
(11)http://www.outfoxed.org/
(12)http://video.google.com/videoplay?docid=5961496076580102802#
(13)http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Iran/lenkait.html
(14)Das Buch, das man Frau Palin geschrieben hat, heißt: „Going rogue“ – außer Rand und Band.
(15)Es gibt darüber noch eine Menge lustiger Videos auf youtube, z.B. das hier : http://www.youtube.com/watch?v=kKvQ6rTeSos
(16)http://de.wikipedia.org/wiki/Zbigniew_Brzezi?ski
(17)http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13590
(18)http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13879
(19)http://www.stern.de/politik/ausland/iran-ein-nuklearer-iran-waere-nicht-gefaehrlicher-als-israel-560430.html
(20)http://www.handelsblatt.com/politik/international/warum-iran-in-einer-toedlichen-krise-steckt;2393275
(21)http://globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=4920
(22)http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13879
(23)http://de.wikipedia.org/wiki/Überfall_auf_den_Sender_Gleiwitz
(24)http://www.vandaag.be/buitenland/27777_vs-beschuldigen-iran-van-bemoeienis-met-verkiezingen-irak.html
(25)http://thinkprogress.org/2010/02/16/doocy-look-alike/
(26)http://www.newscorpse.com/ncWP/?p=1319
(27)http://www.aei.org/scholars
(28)http://www.duckhome.de/tb/archives/3611-Watchblog-revisited-Englisch-lernen-mit-den-Neocons.html
(29)http://www.rferl.org/content/Turkeys_YouTube_Ban_Is_Cause_For_Concern/1772003.html (30)http://www.nypost.com/p/news/opinion/opedcolumnists/nuke_nightmare_ASM0YRW5nfSCgrKFza1lXL
(31)Dem pakistanischen Geheimdienst
(32)http://en.wikipedia.org/wiki/Nancy_Pelosi
(33)http://www.duckhome.de/tb/archives/3780-Angriff-auf-Iran-vorlaeufig-nicht-mehr-auf-der-Agenda.html
(34)http://tinyurl.com/ykwuzmq
(35)http://www.informationclearinghouse.info/article18628.htm
(36)http://tinyurl.com/yjxp8xw

Aus disziplinarrechtlichen Gründen muss ich darauf hinweisen, dass ich hier ausschließlich meine Privatmeinung vertrete.

Online-Flyer Nr. 238  vom 24.02.2010

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