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Aktueller Online-Flyer vom 09. Juni 2026  

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Kultur und Wissen
Katholische Machtverhältnisse - Boden für Missbrauchsverbrechen
Benedikt auf der Leipziger Buchmesse
Von Doris Tatus

Auf der Leipziger Buchmesse stellte Gerhard Feldbauer am Stand der „jungen Welt“ am 19. März sein neues Buch über Papst Benedikt XVI. vor, aus dem die NRhZ bereits einige Ausschnitte vorgestellt und in diese Ausgabe eine Rezension reingestellt hat. Ganz Journalist begann Feldbauer mit einem aktuellen Aufhänger, dem sogenannten Missbrauchsskandal der katholischen Kirche. Den Boden für derartige Verbrechen sieht er in den gesellschaftlichen und Machtverhältnissen.    


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Feldbauer verwies auf die geistige Verwandtschaft Benedikts mit dem Begründer und langjährigen Generalpräsidenten des Opus Dei, den Klerikalfaschisten, u. a. Freund Hitlers und Francos, Josémaria Escrivá de Balaguer. Als Präfekt der Glaubenskongregation betrieb er dessen 1982 erfolgte Heiligsprechung. Ratzinger beförderte den Faschistenfreund wo er nur konnte, schrieb Einleitungen zu Büchern des Gotteswerkes, präsentierte andere persönlich und stellte sich hinter dessen programmatische Schrift „El Camino“ (Der Weg).

In welch menschenfeindlicher, auf absolute Unterwürfigkeit gerichteten Weise die Gläubigen darin traktiert werden, hat Feldbauer in seinem Buch festgehalten. Er las vor (S. 55): „Demütige dich. Weißt Du nicht, dass du ein Eimer für Abfälle bist. (...) Du bist schmutziger, herabgefallener Staub. (...) Wenn Deine Demut dich dahin bringt, dich als Unrat, als einen Haufen Unrat zu erkennen, können wir aus all dieser Erbärmlichkeit noch etwas Großes machen.“ So wurde und so wird, ebenso unter dem derzeitigen Papst, auch  der Boden dafür bereitet, dass Kinder und Jugendliche dazu gebracht werden, Misshandlungen zu erdulden, sie als „von Gott gewollt“ über sich ergehen zu lassen.

Zwei Stunden dauerte der Dialog mit Besuchern. Der von Benedikt angestachelte Exorzismus kam zur Sprache, das verhängnisvolle Zölibat, das Bündnis mit dem Faschismus, die Rehabilitierung der Piusbrüder. Mancher Zuhörer wollte es kaum glauben, dass Pius XII. Franco den Christusorden, den höchsten des Vatikanstaates, verlieh, und dass Benedikt XVI. diesen Papst noch 2010 heilig sprechen will. (PK)

Online-Flyer Nr. 242  vom 24.03.2010

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