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Globales
Globovisión beschuldigt Chávez des "Narcoterrorismus" und des Mordes
Neue Runde im Medienkonflikt
Von M. Daniljuk und Peter Kleinert
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Guillermo Zuloaga - Eigentümer von
Globovisión
Quelle: media.elnuevoherald.com
Anlass dafür dass der Konflikt zwischen Globovisión-Eigentümer Guillermo Zuloaga, der eng mit den rechten US-Sendern CNN und FOX-News kooperiert, und der sozialistischen Regierung Venezuelas erneut Thema in den kapitalistischen Medien wurde, war zunächst die Sendung „Àlo, Ciudadano“, in der der Oppositionspolitiker Álvarez Paz behauptet hatte, Präsident Chávez unterstütze „den Narcoterrorismus". Wenige Tage später beschuldigte der Chef des Senders, Guillermo Zuloaga, in einer Versammlung der Interamerikanischen Presse Assoziation (IAPA) Chávez habe im Jahr 2002 den Befehl zur Ermordung von Demonstranten gegeben. Nach diesen öffentlichen Äußerungen ließ die Generalstaatsanwältin Venezuelas, aufgrund von entsprechenden Resolutionen des Parlaments Zuloaga und Paz, der von 1990 bis 1993 Gouverneur von Zulia gewesen war und sich 1993 erfolglos um die Präsidentschaftbeworben hatte, wegen Verleumdung des Präsidenten verhaften.
Während Zuloaga nach einer Befragung in Anwesenheit seines Anwaltes unter Meldeauflagen entlassen wurde, befindet sich Álvarez Paz nach wie vor in Haft, da er seine Behauptungen - anders als Zuloaga - über dessen venezolanischen Sender verbreitet hatte. In der Live-Sendung von Globovisión hatte er am 8. März zunächst die Behauptung aufgestellt, dass die kolumbianischen Guerilla-Organisationen Farc und ELN für den Drogenhandel verantwortlich seien. Angeblich hätten sie ihren „Narcoterrorismus mit der Duldung, Gleichgültigkeit oder Komplizenschaft des Regimes" - gemeint war die venezolanische Regierung - in das Nachbarland verlagert. Álvarez Paz schloss seinen Beitrag mit der Beschuldigung: „Hugo Chávez hilft ihnen, er identifiziert sich mit ihnen." Die Sendung „Àlo, Ciudadano“ hatte schon einmal - im Dezember 2007 - ein Ermittlungsverfahren ausgelöst, weil ein Talk-Gast von Globovisión dort angekündigt hatte, dass Hugo Chávez enden werde wie Mussolini: „An den Beinen aufgehängt und mit dem Kopf nach unten."
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Zu gute Zusammenarbeit - Hugo Chávez und Fidel Castro - NRhZ-Archiv
Nur wenige Tage nach dem TV-Auftritt von Álvarez Paz meldete sich dann Guillermo Zuloaga auf der alle sechs Monate stattfindenden IAPA-Versammlung zu Wort. Seine Behauptung: Im April 2002 habe in Venezuela kein Putsch stattgefunden, sondern Präsident Hugo Chávez habe damals auf eine Oppositionsdemonstration schießen lassen. Mit dieser Version der Ereignisse hatte schon das Putschkabinett seinerzeit den Sturz des Präsidenten begründet. Die privaten Fernsehkanäle RCTV und Globovisión hatten dem Putschregime mit bewusster Falschberichterstattung den Vorwand dafür geliefert. Den Putschisten bescheinigte Zuloaga nun in seiner Rede auf dem IAPA-Treffen schlechte Arbeit: „Wenn das besser durchgeführt worden wäre, hätten wir heute ein anderes Venezuela", erklärte er den versammelten Vertretern aller privaten Medienunternehmen des amerikanischen Kontinents.
"Todesanzeigen" für Minister
Dass derartige Äußerungen eine Reaktion der Regierung provozieren würden, dürfte ebenso vorhersehbar gewesen sein, wie die Tatsache, dass sich Opposition und private Medienunternehmen nun über die Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit beklagen. Bereits vor wenigen Wochen hatten Todesanzeigen für venezolanische Minister in einem Online-Forum und Beleidigungen des kolumbianischen Popstars Juanes über Twitter dazu geführt, dass Hugo Chávez in seiner Sendung „Àlo Presidente“ öffentlich über die Grenzen der Meinungsfreiheit diskutierte. Schon diese Debatte hatte Organisationen wie „Reporter ohne Grenzen“ und „Human Rights Watch“ wieder einmal Gelegenheit geboten, den demokratischen Charakter der venezolanischen Regierung öffentlich in Zweifel zu ziehen.
Für einen bewussten Konfrontationskurs von Globovisión gegen die linke Regierung Venezuelas spricht auch, dass sich dessen ehemaliger Direktor, Alberto Federico Ravell, noch vor Beginn des Wahlkampfes im Februar von der Leitung des Senders zurückgezogen hatte, der wirtschaftlich eng mit dem kolumbianischen Netzwerk RCN Televisión sowie mit CNN und FOX-News in den USA kooperiert.
Im Juli 2009 hatte sich Globovisión für die Junta in Honduras ausgesprochen, die für den Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Jose Manuel Zelaya verantwortlich war. Der Coup - der, wie die NRhZ berichtete, von der FDP-nahen Friedrich Naumann-Stiftung mit vorbereitet worden war (http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13971) - wurde von der internationalen Gemeinschaft überwiegend verurteilt. Guillermo Zuloaga sprach sich dagegen eindeutig für eine Anerkennung des durch den Putsch zum Übergangspräsidenten Roberto Micheletti aus und rief zur gleichen Zeit zum Putsch in Venezuela auf: "Die Regierung von Micheletti stützt sich auf die Verfassung und wir würden uns wünschen, wir würden es sehr begrüßen, wenn die Verfassung in Venezuela in der gleichen Weise respektiert würde, wie es in Honduras der Fall ist." (PK)
(1) u.v.a.
Dieser von der Redaktion ergänzte Bericht erschien zuerst im Portal
Online-Flyer Nr. 243 vom 31.03.2010
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Globales
Globovisión beschuldigt Chávez des "Narcoterrorismus" und des Mordes
Neue Runde im Medienkonflikt
Von M. Daniljuk und Peter Kleinert
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Guillermo Zuloaga - Eigentümer von
Globovisión
Quelle: media.elnuevoherald.com
Während Zuloaga nach einer Befragung in Anwesenheit seines Anwaltes unter Meldeauflagen entlassen wurde, befindet sich Álvarez Paz nach wie vor in Haft, da er seine Behauptungen - anders als Zuloaga - über dessen venezolanischen Sender verbreitet hatte. In der Live-Sendung von Globovisión hatte er am 8. März zunächst die Behauptung aufgestellt, dass die kolumbianischen Guerilla-Organisationen Farc und ELN für den Drogenhandel verantwortlich seien. Angeblich hätten sie ihren „Narcoterrorismus mit der Duldung, Gleichgültigkeit oder Komplizenschaft des Regimes" - gemeint war die venezolanische Regierung - in das Nachbarland verlagert. Álvarez Paz schloss seinen Beitrag mit der Beschuldigung: „Hugo Chávez hilft ihnen, er identifiziert sich mit ihnen." Die Sendung „Àlo, Ciudadano“ hatte schon einmal - im Dezember 2007 - ein Ermittlungsverfahren ausgelöst, weil ein Talk-Gast von Globovisión dort angekündigt hatte, dass Hugo Chávez enden werde wie Mussolini: „An den Beinen aufgehängt und mit dem Kopf nach unten."
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Zu gute Zusammenarbeit - Hugo Chávez und Fidel Castro - NRhZ-Archiv
Nur wenige Tage nach dem TV-Auftritt von Álvarez Paz meldete sich dann Guillermo Zuloaga auf der alle sechs Monate stattfindenden IAPA-Versammlung zu Wort. Seine Behauptung: Im April 2002 habe in Venezuela kein Putsch stattgefunden, sondern Präsident Hugo Chávez habe damals auf eine Oppositionsdemonstration schießen lassen. Mit dieser Version der Ereignisse hatte schon das Putschkabinett seinerzeit den Sturz des Präsidenten begründet. Die privaten Fernsehkanäle RCTV und Globovisión hatten dem Putschregime mit bewusster Falschberichterstattung den Vorwand dafür geliefert. Den Putschisten bescheinigte Zuloaga nun in seiner Rede auf dem IAPA-Treffen schlechte Arbeit: „Wenn das besser durchgeführt worden wäre, hätten wir heute ein anderes Venezuela", erklärte er den versammelten Vertretern aller privaten Medienunternehmen des amerikanischen Kontinents.
"Todesanzeigen" für Minister
Dass derartige Äußerungen eine Reaktion der Regierung provozieren würden, dürfte ebenso vorhersehbar gewesen sein, wie die Tatsache, dass sich Opposition und private Medienunternehmen nun über die Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit beklagen. Bereits vor wenigen Wochen hatten Todesanzeigen für venezolanische Minister in einem Online-Forum und Beleidigungen des kolumbianischen Popstars Juanes über Twitter dazu geführt, dass Hugo Chávez in seiner Sendung „Àlo Presidente“ öffentlich über die Grenzen der Meinungsfreiheit diskutierte. Schon diese Debatte hatte Organisationen wie „Reporter ohne Grenzen“ und „Human Rights Watch“ wieder einmal Gelegenheit geboten, den demokratischen Charakter der venezolanischen Regierung öffentlich in Zweifel zu ziehen.
Für einen bewussten Konfrontationskurs von Globovisión gegen die linke Regierung Venezuelas spricht auch, dass sich dessen ehemaliger Direktor, Alberto Federico Ravell, noch vor Beginn des Wahlkampfes im Februar von der Leitung des Senders zurückgezogen hatte, der wirtschaftlich eng mit dem kolumbianischen Netzwerk RCN Televisión sowie mit CNN und FOX-News in den USA kooperiert.
Im Juli 2009 hatte sich Globovisión für die Junta in Honduras ausgesprochen, die für den Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Jose Manuel Zelaya verantwortlich war. Der Coup - der, wie die NRhZ berichtete, von der FDP-nahen Friedrich Naumann-Stiftung mit vorbereitet worden war (http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13971) - wurde von der internationalen Gemeinschaft überwiegend verurteilt. Guillermo Zuloaga sprach sich dagegen eindeutig für eine Anerkennung des durch den Putsch zum Übergangspräsidenten Roberto Micheletti aus und rief zur gleichen Zeit zum Putsch in Venezuela auf: "Die Regierung von Micheletti stützt sich auf die Verfassung und wir würden uns wünschen, wir würden es sehr begrüßen, wenn die Verfassung in Venezuela in der gleichen Weise respektiert würde, wie es in Honduras der Fall ist." (PK)
(1) u.v.a.
Dieser von der Redaktion ergänzte Bericht erschien zuerst im Portal
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