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Aktueller Online-Flyer vom 21. April 2024  

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Krieg und Frieden
Gefährliche internationale Realität erkennen und nicht verdrehen
Stopp mit den infamen Hetzkampagnen gegen Russlands Führung, Stopp mit dem Krieg in Europa - Eine Menschheit zuerst!
Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait

Es ist völlig falsch und verkehrt, von „Russlands Krieg“ zu sprechen. Auf dieser verkehrten Basis und Vorstellung verliert die Diskussion in der ARD-Fernsehsendung „hart aber fair“ am 24.10.2022 jede wahrhaftige Grundlage und wichtige Bedeutung. Der ARD-Moderator Frank Plasberg hätte den Sachverhalt des NATO-Kriegs auf dem Boden der Ukraine gegen Russland darstellen müssen. Ohne diese notwendige Erkenntnis bleibt die gefährliche internationale Realität nicht erkannt, sondern völlig verdreht. Durch seine Waffenlieferungen beteiligt sich Deutschland in gefährlicher Weise in einer ziemlich geschlossenen Medienkampagne gegen Russland und in einer antirussischen Außenpolitik. Der Krieg auf dem Boden der Ukraine ist ein EU/USA-Krieg gegen Russland unter Führung der NATO. Treffend erkennt deshalb Klaus von Dohnanyi: „Der Schlüssel zum Frieden liegt in Washington“.

Problem gegenüber Russland kein Generationsproblem, sondern ein Problem der Unbildung und Ignoranz der Geschichte oder ihrer böswilligen Verdrehung

Die Sowjetunion hat Deutschland von dem verbrecherischen Nazi-Regime befreit. Ihr bravouröser Kampf gegen die verbrecherische Wehrmacht kostete ihr 27 Millionen Opfer. Diese Erkenntnis ist lebendig bei den Menschen der ehemaligen DDR, wieso nicht in der ehemaligen westdeutschen BRD? Das Problem gegenüber Russland ist nicht ein Generationsproblem, sondern ein Problem der Unbildung und Ignoranz der Geschichte oder ihrer böswilligen Verdrehung seitens des Westens. Nicht einmal der anwesende Historiker und Professor für Zeitgeschehen an der Universität Rostock  bei „hart aber fair“ (24.10.2022) war in der Lage, diese richtige Erkenntnis und Anerkennung für die Sowjetunion, heute Russland, fairerweise klarzustellen. Erst Frank Plasberg musste deutlich treffend sagen: Die Sowjets waren Befreier. Zum Wachrütteln waren zwei Bemerkungen aus dem Publikum: "Der Westen mit seiner Selbstgefälligkeit geht ... langsam auf die Nerven. Immer und an allem ist Putin schuld. Was der Westen alles schon versprochen und nicht eingehalten hat, davon ist keine Rede mehr." "Wer die ganze Vorgeschichte und die Entwicklung der Ukraine-Situation betrachtet, der weiß, dass die Reaktion seitens Russland ... mit ganz anderen Augen gesehen werden muss." Der bei „hart aber fair“ anwesende, angebliche Historiker schweigt darüber. Er und alle anderen Teilnehmer verschließen die Augen vor den Untaten der USA, ihre wiederholten straflosen Angriffskriege, ihr Terror in anderen Ländern seit der 1990er Jahre.

Aus der Kenntnis der historischen Fakten richtige Schlussfolgerungen ziehen

Erlebnisse und Erinnerungen klären nicht auf. Sie sind dafür keine Grundlage. Erst aus  der Kenntnis der historischen Fakten können richtige Schlussfolgerungen gezogen werden. Gerade das fehlte in der Sendung „hart aber fair“ am 24.10.2022. Die Teilnehmer der Sendung zeigten sich allein fähig, in der aktuellen Lage dem Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf zu folgen, vor allem die anwesende ARD-Journalistin: Wir im Westen, die angeblichen Demokratien sind die Guten, Putin und das autokratische Russland sind die Bösen. Sie vergessen, dass die größte Demokratie der Welt, nämlich die USA, mit Abstand den größten Kriegstreiber und Kriegsverbrecher darstellt, der bis heute straflos geblieben ist, Hiroshima und Nagasaki, Korea-Krieg, US-Krieg gegen Indochina/Vietnam mit Chemiewaffen, zweimal US-Überfall auf den Irak mit radioaktiver Verseuchung ganzer Landstriche wie beim US/NATO-Krieg gegen Jugoslawien, US-Krieg gegen Afghanistan, gegen Libyen, gegen Syrien, nur um einige der größten ungeahnten US-Verbrechen zu nennen – alle zusammen mit über 30 Millionen geopferten Menschenleben! Und deutsche Außenpolitiker und Mitarbeiter der ARD-Sender bewundern immer noch diese USA und wollen ihr Partner und ihnen zu Diensten sein?
 
Die Teilnehmer der Sendung „hart aber fair“ am 24.10.2022 verkennen auch, dass das primäre Mandat der UN-Charta nicht fordert, eine Demokratie zu sein, sondern den Frieden zu bewahren. Die DDR hat bei allen ihren Mängeln diese internationale Pflicht immer erfüllt. Nicht aber die BRD.

Kulturell und geschichtlich gibt es gute emotionale Gründe sich mit Russland nahe zu fühlen, nicht nur für Ostdeutsche, sondern für alle Deutsche, würden sie nicht gezielt desinformiert von einer anti-russischen Clique, die anscheinend immer noch nicht den Untergang des Nazi-Regimes dank der Befreiung durch die Sowjetunion, dem heutigen Russland, für sich akzeptiert hat.
 
Historiker und Professoren für Zeitgeschehen sollten die folgenden Fakten als Gründe für die russische Militäroperation auf ukrainischem Boden einsehen:
  • den Krieg gegen Jugoslawien (Serbien und Montenegro), einen Verbündeten Russlands
  • die Gipfelerklärung der NATO zum Beitritt der Ukraine
  • einseitige Kündigung von Abrüstungskontrollverträgen durch die USA
  • die Nichteinhaltung des Minsker Abkommens durch die Ukraine ohne Folgen
  • die Drohung der Ukraine mit Atomwaffen
  • die Vorbereitung einer Großoffensive gegen die Volksrepubliken im Donbas
Kampf gegen eine internationale Oligarchie

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, macht uns in ihrem Artikel vom 15.10.2022 unter dem Titel „Weltbürger aller Länder, vereinigt euch, um den Dritten Weltkrieg zu stoppen!“ mit Scharfsinn darauf aufmerksam:
    Dieser Kampf, den wir gegen eine internationale Oligarchie führen, die diese Zivilisation an den Rand der nuklearen Auslöschung getrieben hat, dieser Kampf... für eine bessere Zukunft der Menschheit kann gewonnen werden. Das ist erst der Anfang. ...

    Menschheit vom Abgrund eines thermonuklearen Krieges zurückholen

    Die Menschheit ist vom Abgrund eines thermonuklearen Krieges zurückzuholen. Wir befinden uns in der schlimmsten Krise der Menschheit aller Zeiten – angesichts der Tatsache, dass die Weltgeschichte nicht gerade das ist, was die Menschen jeden Tag auf dem Bildschirm sehen. Die Jugendlichen heute … haben in einer Welt gelebt, die von einer USA geprägt war, in der grundlegende Prinzipien und Bürgerrechte der US-Verfassung beseitigt waren. Eine Welt, in der sinnlose Interventionskriege im Nahen Osten und anderswo Millionen von Zivilisten, Frauen und Kindern das Leben kosteten. ... Diese Kriege, in denen Millionen von Menschen starben, waren anonym. Sie wurden zu einer Art neuer Normalität. Als die Berliner Mauer fiel, war das der Anfang vom Ende der Sowjetunion. Nach fast 70 Jahren verschwand das kommunistische System. - Die NATO blieb bekanntlich bestehen, aber der Warschauer Pakt endete.

    Unmittelbare Gefahr eines Atomkriegs

    Wir befinden uns in der schlimmsten Krise der Menschheitsgeschichte überhaupt. Wir sind mit der unmittelbaren Gefahr konfrontiert, dass es aufgrund von Dummheit, Absicht oder aus Versehen praktisch jeden Moment einen thermonuklearen Krieg geben könnte. Ein Atomkrieg könnte beginnen in ein paar Wochen oder Monaten, weil rote Linien bereits überschritten wurden. Der größte Teil der acht Milliarden Menschen, die heute auf der Erde leben, ist sich dessen gar nicht bewusst, aber das Leben auf der Erde könnte vollständig enden. „Diejenigen, die zuerst sterben, haben dann noch Glück gehabt.“ So Kennedy.

    Unvergleichliches Verbrechen: Nukleare Präventivschläge oder „begrenzter“ Atomkrieg

    Das ist das unvergleichliche Verbrechen derer, die von nuklearen Präventivschlägen oder einem „begrenzten“ Atomkrieg sprechen, denn so etwas gibt es nicht. Sobald man eine Atomwaffe einsetzt, ändert sich die Art des Krieges völlig, und höchstwahrscheinlich werden dann alle verfügbaren Atomwaffen eingesetzt.

    Wolfowitz-Doktrin: Projekt für ein Neues Amerikanisches Jahrhundert

    Wie kamen wir dahin? Man muss bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion zurückgehen, ... Eine historische Chance, eine „Sternstunde der Geschichte“. Doch dann übernahmen die anglo-amerikanischen Neokonservativen die so genannte Wolfowitz-Doktrin des Projekts für ein Neues Amerikanisches Jahrhundert, die es als Aufgabe der Vereinigten Staaten definierte, ihre Rolle als einzige verbleibende Supermacht zu sichern. Sie müsse über genügend militärische Macht verfügen, um zu verhindern, dass eine Nation oder eine Gruppe von Nationen die Vormachtstellung der Vereinigten Staaten – und natürlich der Briten – jemals wieder in Frage stellen konnte. Eine ewige unipolare Welt.

    Die Wolfowitz-Cheney-Doktrin, war der eigentliche Grund dafür, dass das Versprechen von US-Außenminister James Baker an Gorbatschow, die NATO werde sich „keinen Zentimeter“ nach Osten ausdehnen, nicht eingehalten wurde. Stattdessen rückte sie ... an die russische Grenze heran.

    Das ist auch die Grundlage für die so genannte deutsche Außenministerin Baerbock, wenn sie immer wieder behauptet, der Zweck der Lieferung von immer mehr schweren Waffen in die Ukraine sei es, „Russland zu ruinieren“.

    Inzwischen wird offen über die Zerstörung Russlands gesprochen. Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, John Bolton, hat gesagt, Putin sei ein „legitimes militärisches Ziel, das zu diesem Zeitpunkt auf unserer Zielliste steht“. Das heißt, er will ihn ermorden lassen. (So unverschämt weit geht die Kriminalität von westlichen Regierungsvertretern: Historiker und Redaktionen schweigen dazu, blind oder gleichgültig! d.A.)

    Wir befinden uns schon in einem Krieg zwischen der NATO und Russland.

    Wenn man mit der Zerstörung eines Landes droht, ... wenn man mit der Ermordung des Staatschefs droht; wenn man faktisch US- und NATO-Truppen an den Kämpfen in der Ukraine beteiligt; wenn man ukrainische Truppen in den US-Militärbasen in Deutschland ausbildet – dann bedeutet all das, dass wir uns schon in einem Krieg zwischen der NATO und Russland befinden. Russlands rote Linien wurden bereits überschritten, und wir sind dem Punkt gefährlich nahe, an dem Russland seine territoriale Existenz bedroht sieht. Und das ist nach der russischen Militärdoktrin der Punkt, an dem es Atomwaffen einsetzen wird.

    Es ist also nicht Putin, der mit dem Einsatz von Atomwaffen droht, sondern es ist die NATO, die Russland an den Punkt treibt, an dem es sich entweder selbst als Nation aufgibt oder zur Selbstverteidigung in den Krieg zieht. Das ist der Punkt, an dem wir stehen.
Uli Gellermann macht auf Selenskis Drohung mit der atomaren Wiederbewaffnung der Ukraine aufmerksam und fragt: "Muss man sie verharmlosen? Was bitte sollen die Russen noch alles an Veränderungen des strategischen Gleichgewichtes hinnehmen? Sollen sie warten, bis die NATO ihnen die Tür eintritt? Sollen sie sich ohne Gegenwehr an die Wand drücken lassen? Russlands Krieg in der Ukraine ist eine vorbeugende Selbstverteidigung. 'Selbstgleichschaltung' der großen Medien? Ob die Massenmedien sich 'von selbst' das Schweigen verordnet hätten, als gäbe es keine politischen Interessen, als gäbe es keine Medienfront der NATO und der ihr angeschlossenen Bundesregierung." („Das Elend deutscher Intelligenz“  von Uli Gellermann - „Wer den Krieg beenden will, muss wissen, warum er begann“, 25.10.22)

Helga Zepp-Larouche weiter:
    Neoliberales Modell in einem systemischen Zusammenbruch

    Noch grundlegender ist die Tatsache, dass sich das neoliberale Modell der transatlantischen Welt in einem systemischen Zusammenbruch befindet. … Die Hyperinflation diesmal findet nicht nur in einem Land statt, sondern in allen Ländern, die mit dem Dollar als Weltwährung verbunden sind.

    Die Fortsetzung des monetaristischen Kurses würde zwangsläufig zu einer neuen Depression, zu einem neuen Faschismus und zu einem neuen Weltkrieg führen, solange man nicht eine völlig andere wirtschaftliche Weltordnung schafft. ... Anstelle des bösartigen Systems des Kolonialismus ist eine gerechte neue Weltwirtschaftsordnung zu schaffen. ...

    Wir brauchen ein völlig neues Paradigma in der Art und Weise, wie wir über die Menschheit denken. Nicht als das Interesse eines Landes oder einer Gruppe von Ländern gegen die andere, sondern als „eine Menschheit zuerst“. Wir müssen das Denken des Zusammenfalls der Gegensätze.

    An Präsident Xi Jinpings „Zukunftsgemeinschaft der Menschheit“ anknüpfen

    Das ist die gleiche Denkweise wie die von Cai Yuanpei, dem ersten Bildungsminister der Republik China und Präsidenten der Peking-Universität, der die Vision einer „großen Gemeinschaft der ganzen Welt“ hatte, und die deutlich an Xi Jinpings „Zukunftsgemeinschaft der Menschheit“ anknüpft. Diese infrastrukturelle Integration würde schließlich zur Vereinigung aller Nationen in der einen Menschheit führen, einer „Universalrepublik“, die auf der Wirtschaft der Menschheit basiert.

    Derselbe Gedanke von Friedrich Schiller: Es gibt keinen Widerspruch zwischen einem Weltbürger und einem Patrioten, da das Interesse der Nation im Einklang mit dem der gesamten Menschheit steht.

    Die erhabenste künstlerische Verherrlichung dieses Konzepts findet sich natürlich in Beethovens Neunter Symphonie, der Komposition von Schillers Ode an die Freude, wo der Chor singt: „Alle Menschen werden Brüder“. Das wird die Voraussetzung sein, um die gefährlichste Krise in der Geschichte der Menschheit zu überwinden. „Weltbürger aller Länder, vereinigt euch, um den Dritten Weltkrieg zu stoppen und eine bessere Welt zu schaffen.“

    („Weltbürger aller Länder, vereinigt euch, um den Dritten Weltkrieg zu stoppen!“ von Helga Zepp-LaRouche, 15.10.2022, Subtitel d.A.)
Zivilisation der Liebe

Die Weisheit und die Gedanken zur Zivilisation der Liebe bekommt der Westen in der Tat vom höchsten russischen Geist, wie ihn niemand besser als Alexander Puschkin und Fiodor Dostojewski widerspiegeln können. „Die Bestimmung des russischen Menschen ist unstreitig eine universale. Alle Europäer, Russen, sind Brüder.“ Die Spaltung, die Trennung ist Betrug und Täuschung, ein irrender Weg und falsche Haltung, die die menschliche Einheit verhindern will.

Deutschland und Russland gehören zusammen

Nicht nur Dostojewskis schöpferisches und visionäres Denken könnte deutsche Politiker, Redaktionen und Staatsmänner anregen und inspirieren, sondern auch die prophetischen Worte Thomas Manns, eine vom tragischen Schicksal Europas zerrissenen Seele: "Wenn ein geistiges Bündnis Einfluss auf die Entstehung und Rechtfertigung politischer Bündnisse haben kann, dann gehören Deutschland und Russland zusammen".


Verfasst am 27.10.2022 unter Bezugnahme auf ARD-Fernsehsendung „hart aber fair“ am 24.10.2022: „Eine Frage der Herkunft: Warum sehen Ost- und Westdeutsche Russlands Krieg so anders? Russland, Putin und wir Ostdeutsche.“


Luz María de Stéfano Zuloaga de Lenkait ist chilenische Rechtsanwältin und Diplomatin (a.D.). Sie war tätig im Außenministerium und wurde unter der Militärdiktatur aus dem Auswärtigen Dienst entlassen. In Deutschland hat sie sich öffentlich engagiert für den friedlichen Übergang der chilenischen Militärdiktatur zum freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat, u.a. mit Erstellen von Gutachten für Mitglieder des Deutschen Bundestages und Pressearbeit, die Einheit beider deutschen Staaten als ein Akt der Souveränität in Selbstbestimmung der beiden UN-Mitglieder frei von fremden Truppen und Militärbündnissen, einen respektvollen rechtmäßigen Umgang mit dem vormaligen Staatsoberhaupt der Deutschen Demokratischen Republik Erich Honecker im vereinten Deutschland, für die deutsche Friedensbewegung, für bessere Kenntnis des Völkerrechts und seine Einhaltung, vor allem bei Politikern, ihren Mitarbeitern und in Redaktionen. Publikationen von ihr sind in chilenischen Tageszeitungen erschienen (El Mercurio, La Epoca), im südamerikanischen Magazin “Perfiles Liberales”, und im Internet, u.a. bei Attac, Portal Amerika 21, Palästina-Portal. Einige ihrer Gutachten (so zum Irak-Krieg 1991) befinden sich in der Bibliothek des Deutschen Bundestages.


Online-Flyer Nr. 800  vom 02.11.2022



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