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“Nevipe“: Spendenaufruf für die Dom-Zigeuner im Gaza-Streifen
Von den Bombardierungen hart betroffen
Von Rüdiger Benninghaus

Zelte von Dom-Zigeunern am Ortsrand von Suweida (Süd-Syrien)
Foto: R.Benninghaus, 1980
Verschiedene, voneinander meist unabhängige Zigeunergruppen, die sich als Dome bezeichnen, finden sich nicht nur in den arabischen Staaten des Nahen Ostens, sondern auch in der Türkei, dem Iran und im Kaukasus. Zusammen mit den Lom-Zigeunern (auch Poşa/ Boscha genannt) können sie zur Gruppe der orientalischen Zigeuner zusammengefaßt werden, die also weder die Eigenbezeichnungen Sinti oder Roma kennen, weshalb es auch keine Berechtigung gibt, sie etwa „Roma“ zu nennen, wie es manchmal geschieht.
Die Dom-Zigeuner sind vermutlich die Nachfahren einer früheren Gruppe von Auswanderern aus Indien als die Roma und die Sinti. Auf die ethnische Bezeichnung Dom/Domba trifft man noch heute in Indien. Im muslimischen Teil der Altstadt von (Ost-)Jerusalem, in anderen Teilen Jerusalems und der Westbank lebt eine kleine Gruppe von vielleicht 1.200 bis 2.000 Dome, die sich wiederum in verschiedene Untergruppen gliedern. In den arabisch-israelischen Kriegen waren schon etliche Dom-Zigeuner nach Jordanien und andere Staaten des Nahen Ostens geflüchtet.
Das von Allen Williams 2001 für das Dom Research Center (Larnaka) herausgegebene Buch stellt mit zahlreichen Fotos die Dome-Gemeinschaft in Jerusalem vor.

Foto: aus dem Buch
Ihre (einstige) Muttersprache, das Domari – ohnehin schon stark von der arabischen Sprache durchsetzt – sprechen in dem hier angesprochenen Gebiet nur noch etwa 200, meist ältere Leute. Sie haben sich im November 1999 zu einem Verein, der „Domari Society of Gypsies in Jerusalem“, zusammengeschlossen, der von Frau Amoun Sleem geleitet wird, von der Familie des damaligen mukhtars (eine Art Bürgermeister) der Gemeinschaft. Organisatorische und „moralische“ Unterstützung bekommt der Verein sowohl von einzelnen jüdischen als auch arabischen Sympatisanten bzw. Organisationen wie z.B. dem „Israel Religious Action Center“, der palästinensischen Organisation „Sunbula“ oder dem den Wycliff-Bibel-Übersetzern nahestehenden „Dom Research Center“ (http://www.domresearchcenter.com/) auf Zypern.
Eine Gruppe von schätzungsweise 2.000 Dom-Zigeunern lebt im Gaza-Streifen. Da sie ohnehin schon zu dem ärmsten Teil der Bevölkerung gehören, treffen sie die Bombardierungen besonders hart. Aus diesem Grunde hat die Domari Society in Jerusalem zu Spenden für ihre Verwandten im Gaza-Streifen aufgerufen (Details siehe unter: http://www.dzeno.cz/?c_id=17540). (PK)
Weitere Webhinweise:
http://domarisociety.googlepages.com/
http://www.ethnologue.com/show_language.asp?code=rmt
http://romani.humanities.manchester.ac.uk/files/21_domari.shtml
http://romani.humanities.manchester.ac.uk/downloads/2/Matras_legends.pdf
http://romani.humanities.manchester.ac.uk/downloads/2/Matras_Domari_MLR.pdf
http://www.domresearchcenter.com/journal/15/kenrick5.html
http://www.domresearchcenter.com/news/israel/isra6.html
http://www.ijfm.org/PDFs_IJFM/17_2_PDFs/Williams.pdf
http://www.geocities.com/domarisociety/history.htm
http://www.sunbula.org/etemplate.php?id=47
http://www.romea.cz/english/index.php?id=detail&detail=2007_1137
http://www.latchodrom.org/domari.htm
Dieser Artikel erschien in Nr.30 des monatlichen Rundbriefes "Nevipe" ("Neuigkeiten").
Die Rundbriefe sind auch auf der neuen Webseite des Rom e.V. in Köln zu finden:
http://www.romev.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=5&Itemid=4
Online-Flyer Nr. 183 vom 04.02.2009
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“Nevipe“: Spendenaufruf für die Dom-Zigeuner im Gaza-Streifen
Von den Bombardierungen hart betroffen
Von Rüdiger Benninghaus

Zelte von Dom-Zigeunern am Ortsrand von Suweida (Süd-Syrien)
Foto: R.Benninghaus, 1980
Verschiedene, voneinander meist unabhängige Zigeunergruppen, die sich als Dome bezeichnen, finden sich nicht nur in den arabischen Staaten des Nahen Ostens, sondern auch in der Türkei, dem Iran und im Kaukasus. Zusammen mit den Lom-Zigeunern (auch Poşa/ Boscha genannt) können sie zur Gruppe der orientalischen Zigeuner zusammengefaßt werden, die also weder die Eigenbezeichnungen Sinti oder Roma kennen, weshalb es auch keine Berechtigung gibt, sie etwa „Roma“ zu nennen, wie es manchmal geschieht.
Die Dom-Zigeuner sind vermutlich die Nachfahren einer früheren Gruppe von Auswanderern aus Indien als die Roma und die Sinti. Auf die ethnische Bezeichnung Dom/Domba trifft man noch heute in Indien. Im muslimischen Teil der Altstadt von (Ost-)Jerusalem, in anderen Teilen Jerusalems und der Westbank lebt eine kleine Gruppe von vielleicht 1.200 bis 2.000 Dome, die sich wiederum in verschiedene Untergruppen gliedern. In den arabisch-israelischen Kriegen waren schon etliche Dom-Zigeuner nach Jordanien und andere Staaten des Nahen Ostens geflüchtet.
Das von Allen Williams 2001 für das Dom Research Center (Larnaka) herausgegebene Buch stellt mit zahlreichen Fotos die Dome-Gemeinschaft in Jerusalem vor.

Foto: aus dem Buch
Ihre (einstige) Muttersprache, das Domari – ohnehin schon stark von der arabischen Sprache durchsetzt – sprechen in dem hier angesprochenen Gebiet nur noch etwa 200, meist ältere Leute. Sie haben sich im November 1999 zu einem Verein, der „Domari Society of Gypsies in Jerusalem“, zusammengeschlossen, der von Frau Amoun Sleem geleitet wird, von der Familie des damaligen mukhtars (eine Art Bürgermeister) der Gemeinschaft. Organisatorische und „moralische“ Unterstützung bekommt der Verein sowohl von einzelnen jüdischen als auch arabischen Sympatisanten bzw. Organisationen wie z.B. dem „Israel Religious Action Center“, der palästinensischen Organisation „Sunbula“ oder dem den Wycliff-Bibel-Übersetzern nahestehenden „Dom Research Center“ (http://www.domresearchcenter.com/) auf Zypern.
Eine Gruppe von schätzungsweise 2.000 Dom-Zigeunern lebt im Gaza-Streifen. Da sie ohnehin schon zu dem ärmsten Teil der Bevölkerung gehören, treffen sie die Bombardierungen besonders hart. Aus diesem Grunde hat die Domari Society in Jerusalem zu Spenden für ihre Verwandten im Gaza-Streifen aufgerufen (Details siehe unter: http://www.dzeno.cz/?c_id=17540). (PK)
Weitere Webhinweise:
http://domarisociety.googlepages.com/
http://www.ethnologue.com/show_language.asp?code=rmt
http://romani.humanities.manchester.ac.uk/files/21_domari.shtml
http://romani.humanities.manchester.ac.uk/downloads/2/Matras_legends.pdf
http://romani.humanities.manchester.ac.uk/downloads/2/Matras_Domari_MLR.pdf
http://www.domresearchcenter.com/journal/15/kenrick5.html
http://www.domresearchcenter.com/news/israel/isra6.html
http://www.ijfm.org/PDFs_IJFM/17_2_PDFs/Williams.pdf
http://www.geocities.com/domarisociety/history.htm
http://www.sunbula.org/etemplate.php?id=47
http://www.romea.cz/english/index.php?id=detail&detail=2007_1137
http://www.latchodrom.org/domari.htm
Dieser Artikel erschien in Nr.30 des monatlichen Rundbriefes "Nevipe" ("Neuigkeiten").
Die Rundbriefe sind auch auf der neuen Webseite des Rom e.V. in Köln zu finden:
http://www.romev.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=5&Itemid=4
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