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Aktueller Online-Flyer vom 29. Mai 2024  

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Krieg und Frieden
Dokumentation eines Projekts für Frieden, Völkerverständigung und Menschenrecht
Die Kölner Klagemauer muss leben (224)
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

„Eines Tages werden wir in der Sonne sitzen und miteinander reden. Wir werden laut aussprechen dürfen, was wir denken, und merken, dass wir füreinander sein müssen... Irgendwann, wenn die Liebe den Hass besiegt hat und es den Krieg nicht mehr gibt.“ „Ich habe gerade Gott gesehen und SIE war SCHWARZ!“ „Die Erde war einst ein riesiger, unbekannter Ort. Jetzt ist sie eine kleine, überfüllte Kugel… Alle Menschen, alle Spezies bitten Sie nur um eines: Lassen Sie mich leben, so gut ich kann. Wenn Sie mir nicht helfen können, dann behindern Sie mich bitte nicht. Das ist genug.“ „Habt doch mal alle wieder Herz und versperrt Euch nicht. Es ist unser aller Pflicht, jetzt und in diesem Moment zu handeln und nicht noch mehr kaputt zu machen und zu verschandeln. Reicht den Unterdrückten der Erde die Hände, dann hätten aller Hass und Krieg ein Ende…“ „In allem das Gute suchen! Aus allem das Beste machen. Wenn jeder das täte, hätten wir Frieden! P.S.: Ich wünsche jedem, dass wir es schaffen!“ „Seit Napoleon und auch während des NS-Regimes hat Köln Leute des lauten und leisen Widerstands hervorgebracht. Es waren Menschen des Volkes. Wann lernt ihr Oberen endlich, dass nicht ihr das Volk seid, sondern die anderen. Wann hört ihr auf, Macht und Volk und Gesetz zu missbrauchen.“ So steht es auf sechs der zahllosen Klagemauer-Karten. Am 26. Januar 2021 wäre Walter Herrmann, der "Hausmeister der Klagemauer", wie er sich selbst einmal bezeichnete, 82 Jahre alt geworden. Sein Einsatz für den Frieden und den Kampf um die öffentliche Meinungsäußerung im öffentlichen Raum – mit einfachsten Mitteln wie Pappkartons und Schnur – bleiben sein ungeahnt wertvolles Vermächtnis im Kultur- und Medienstreit der "digitalen" Gesellschaft. Walter Herrmann ist tot, doch seine Idee ist lebendiger denn je. Deshalb soll sein Werk fortgeführt werden durch Kunst- und Kulturschaffende und Friedens-AktivistInnen. Nähere Informationen auf Anfrage.


Die Passanten am Dom sind aufgefordert, Ihre eigene Friedensbotschaft auf einer Karte der Klagemauer zu hinterlassen. So ist ein interaktives Friedenskunstwerk von Weltrang entstanden.

Um dem Klagemauer-Projekt eine zusätzliche Wirkung zu geben, dokumentieren wir im wöchentlichen Rhythmus – beginnend einen Tag nach Walter Herrmanns 77. Geburtstag am 26. Januar 2016 – die von Passanten geschriebenen Karten-Botschaften.


2665 Eines Tages werden wir in der Sonne sitzen und miteinander reden. Wir werden laut aussprechen dürfen, was wir denken, und merken, dass wir füreinander sein müssen. Wir werden in den Himmel emporblicken und in den Wollen die Freiheit sehen. In den Blättern der Bäume den Frieden erkennen. Nachts zu den Sternen blicken und die Endlosigkeit spüren. Irgendwann, wenn die Liebe den Hass besiegt hat und es den Krieg nicht mehr gibt.


2666 Ich habe gerade Gott gesehen und SIE war SCHWARZ!


2667 Die Zahlen sind arabisch, Deine Schrift ist römisch, Deine Demokratie griechisch, Deine Pizza italienisch, Dein Christus ein Jude. Und Dein Nachbar nur ein Ausländer?!


2668 Die Erde war einst ein riesiger, unbekannter Ort. Jetzt ist sie eine kleine, überfüllte Kugel. Wir sind zu zahlreich und mächtig, um unsere Spezies im engen Sinne zu betrachten. Alle Bewohner dieses Heimatplaneten brauchen die Möglichkeit zu leben und zu gedeihen. Alle Menschen, alle Spezies bitten Sie nur um eines: Lassen Sie mich leben, so gut ich kann. Wenn Sie mir nicht helfen können, dann behindern Sie mich bitte nicht. Das ist genug.


2669 Habt doch mal alle wieder Herz und versperrt Euch nicht. Es ist unser aller Pflicht, jetzt und in diesem Moment zu handeln und nicht noch mehr kaputt zu machen und zu verschandeln. Reicht den Unterdrückten der Erde die Hände, dann hätten aller Hass und Krieg ein Ende. Lasst alle Völker in Freiheit leben. Danach sollte jeder streben.


2670


2671 Selbständigkeit ist eine Freiheit. Wir glauben, diese Freiheit gefunden zu haben, ohne zu ahnen, dass wir versagen. Die Morgendämmerung ist ein Verbindung zwischen Tag und Nacht. Unser Traum ist ein Verbindung zwischen Fehlschlag und Kraft! Freiheit für das kurdische Volk.


2672 Liebet alle Menschen, indem ihr euch die Hände reicht! Für den Frieden!


2673 In allem das Gute suchen! Aus allem das Beste machen. Wenn jeder das täte, hätten wir Frieden! P.S.: Ich wünsche jedem, dass wir es schaffen!


2674 Seit Napoleon und auch während des NS-Regimes hat Köln Leute des lauten und leisen Widerstands hervorgebracht. Es waren Menschen des Volkes. Wann lernt ihr Oberen endlich, dass nicht ihr das Volk seid, sondern die anderen. Wann hört ihr auf, Macht und Volk und Gesetz zu missbrauchen.


2675 Zahme Vögel singen von Freiheit und Frieden. Wilde Vögel fliegen. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom!


2676 Wenn ich geboren bin, bin ich schwarz. Wenn ich erwachsen bin, bin ich schwarz. Wenn ich krank bin, bin ich schwarz. Wenn mir kalt ist, bin ich schwarz. Wenn ich in der Sonne bin, bin ich schwarz. Und du: Wenn du geboren wirst, bist du rosa. Wenn du erwachsen bist, bist du weiß. Wenn du krank bist, bist du grün. Wenn dir kalt ist, bist du blau. Wenn du in der Sonne bist, bist du rot. Und du wagst es, mich farbig zu nennen.


Copyright der Karten-Reproduktionen: Förderkreis Kölner Klagemauer für Frieden e.V.

Ihr könnt uns und das Klagemauer-Projekt unterstützen, indem Ihr fremdsprachige Kartentexte ins deutsche übersetzt und uns die Übersetzungen unter Angabe der Kartennummer zukommen lasst (an arbeiterfotografie@t-online.de)



Siehe auch:

Dokumentation der vorangegangenen Woche (223):
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=27540

Online-Flyer Nr. 774  vom 21.07.2021

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