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Zu Berichten in "junge Welt" und "Unsere Zeit"
Vom Lernen: Chinareise bildet
Von Georges Hallermayer
Im November eine dreiwöchige Chinareise: Mit Beijing die Historie des Reichs der Mitte, mit Senzhen das Silicon Valley und in der Provinz Xinjiang die Uiguren als größte Minderheit kennenlernen. Da kommen Erinnerungen hoch: Als ob es gestern gewesen wäre. Ich sehe sie vor mir, Anfang der achtziger Jahre in Dortmund: eine Gruppe älterer Herren in gleich-grauen Anzügen mit Mao-Button am Revers, begleitet von einer Dolmetscherin – chinesische Ingenieure, gekommen um Deutsch zu lernen, um das abgewickelte Dortmunder Hoesch-Stahlwerk in zwei Jahren abzubauen und in China wieder aufzubauen - Know-how-Transfer. (Zu der Zeit verkaufte China Megatonnen Kohle nach Japan im Gegenzug für moderne Maschinerie.) Aber auch die Chefköche aus über einem Dutzend Provinzen kamen nach Dortmund, um in ihren Hotels und Restaurants westliche Küche vorzusetzen, die ein unvergessliches Buffet von Köstlichkeiten zum Abschied aufbauten - aus Karotten und Tomaten geschnitzte Blumen ließen alle erstaunen. Wie ich heute selbst erleben kann, sie haben es gut gelernt und weitergegeben..
Genosse Liu, Germanistik-Professor seines Zeichens bleibt mir in Erinnerung. Die erzwungene Landarbeit während der zehn Jahre Kulturrevolution konnte seine Überzeugung nicht brechen, aber seine Deutsch-Kenntnisse hatten arg gelitten. Er kam nach Dortmund für ein „Praktikum“, hospitierte beim Deutsch-als Fremdsprache-Unterricht, erlernte praktisch neu die deutsche Alltagssprache und technisches Deutsch. Während seines zweiten Aufenthalts im folgenden Jahr diskutierte ich mit ihm meine geplante Dissertation zur Fremdsprachen-Didaktik. Und er bedankte sich dafür im Vorwort seiner bald darauf erschienenen Fachdeutsch-Grammatik.
Wie die Bundesregierung lud damals die nordrhein-westfälische Landesregierung chinesische Fach- und Führungskräfte ein zur Fortbildung in Industrie und Wirtschaft – überzeugt, die kapitalistische Konversion zu befördern nach Teng Hsioa Pings Einführung der chinesischen Marktwirtschaft. Doch „werch ein Illtum“ würde Ernst Jandl sagen. Die chinesischen Kolleginnen und Kollegen lernten, sie lernten „den Tiger zu reiten“. Nach dem millionenfachen Blutzoll, den China und die Sowjetunion im Kampf gegen den Faschismus zahlten, lernten sie aufzubauen, lernten aus ihren Fehlern und lernten ihre produktiven Kräfte in nur einer Generation so zu entwickeln, dass wir uns nur respektvoll verneigen können – und lernen können, diesmal von ihnen.
Ja, ich gebe es zu, der Blick von der 632 m hohen Aussichtsplattform des in der Welt zweithöchsten Shanghai Tower auf die erleuchtete nächtliche Stadt haben mich schon beeindruckt – wie es wohl andernorts, zum Beispiel in Dubai mit dem 828 m hohen Burj Khalifa, auch sein würde. Doch trotz der fast geräuschlosen, vibrationsfreien Fahrt mit dem schnellsten Aufzug der Welt hinauf – in solchen Höhen zu arbeiten und zu leben, kann ich mir nicht vorstellen. Aber was mich tief beeindruckt und zum Nachdenken brachte, war das Grün in den Straßen und der niedrige Geräuschpegel nicht nur auf dem Weg zur Ausstellung zur Stadtgeschichte von Shenzen und die Ausstellung zur „chinesischen Öffnung“ durch Präsident Teng Hsioa Ping.
Im Museum in Shenzen ökologische Raumplanung zu sehen, wie Hochhäuser mit großen Grünflächen und Einfamilienhaus-Siedlungen und Naturschutzparks kombiniert, der Verkehr auf und unter der Erde vor zwanzig Jahren für die Zukunft geplant wurde. Oder die Armut multidimensional zu bekämpfen. Oder die Aufforstung von Wüstengebieten wie in einem Video im Museum der Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas zu sehen – dort auch die Entwicklung der Produktivkräfte in China.
Das ist die Quintessenz meiner Chinareise. Jetzt sind wir die Lernenden, zu lernen, wie ein Entwicklungsland in nur 40 Jahren aus der Armut kommt und die Herausforderungen des Klimawandels bewältigt. Dass das nur in einem anderen System geht, die kapitalistische Marktwirtschaft dem Primat sozialistischer Politik unterworfen ist, nicht nur Staatsbetriebe, auch Grund und Boden.
Nicht nur Afrikaner, auch wir aus den imperialistischen Metropolen haben zu lernen von unseren chinesischen Genossen. Nicht zu imitieren, sondern mit ihnen solidarisch eine gerechte Welt - und im eigenen Land die Bedingungen zu erkämpfen für einen Weg, wo nicht mehr Gewinn Dreh- und Angelpunkt ist, sondern das Wohl der Menschen.
Die Wüste lebt...
...schrieb Klaus Leger in der Wochenzeitung "Unsere Zeit" vom 26. Dezember über die chinesische Provinz Xinjiang – wie Recht er hat, und ich konnte es selbst „erfahren“ während der zwei Tage mit der Eisenbahn durch die Wüste, eintausend Kilometer entlang der historischen Seidenstraße von der Provinzhauptstadt Urumqi über Kashi nach Kashgar im Süden. Während der stundenlangen Fahrt, von den Zugbegleitern umsorgt, die mit ihrem Wägelchen Obst, Snacks aber auch Menus anboten und immer wieder den Müll einsammelten, den Boden und die Toiletten sauber hielten.
Links und rechts des Zuges Wüste, im Norden Steinwüste, im Süden Sandwüste, getrennt durch das 7000 m hohe „Himmelsgebirge“ Tienshan, das uns in der Ferne begleitete. Da mag sich einer sich gelangweilt über die Abwechslung gefreut haben äsende Kamele zu sichten. Aber mich beeindruckte etwas anderes, die rasante wirtschaftliche Entwicklung während 70 Jahre Sozialismus in einer ehemals sehr armen, ungebildeten agrarischen Region: Xinjiang. Nicht zuletzt deshalb Gift und Galle in den Mainstream-Medien.
Mich beeindruckten die Zeichen der Entwicklung, des Aufschwungs. Starkstromleitungen zogen - mir schien kreuz und quer – übers ganze Land, und junge Bäume reihten sich links und rechts entlang dem Bahndamm, begleiteten die Fahrt kilometerlang. Das allein ließ den aufmerksamen Beobachter die zukünftige Besiedlung erahnen. Überrascht nach etwa einer Stunde Fahrt eine Handvoll Grabstelen in einem umzäunten Areal, nach Mekka ausgerichtet, wie ich sie auf dem Gräberfeld in Verdun gesehen hatte – Arbeitsunfälle am Bau habe ich mich gefragt.
Aufgeforstet wird, seit Jahrzehnten in den nordöstlichen Wüsten Chinas erfolgreich betrieben - hier mit sandresistenten und trockenheitstoleranten Baumsorten wie die „Wüstenpappel“ und der strauchartige, tiefwurzelnde Saxaul. Ab und an zu sehende kleinere Wäldchen lassen bereits zu Dörfern entwickelte Oasen vermuten.
Auf Feldern liegen große Rollen von abgeernteter Baumwolle. Sie wird nicht wie früher ins westliche Ausland verschickt, sondern – was in Afrika aktuelles Bemühen ist – im Lande verarbeitet, in den Textilfabriken im Osten, in Guangdong, Shaoxing.
Aber Wüste ist nicht Wüste – links anders als rechts vom Zug. Rechts in Sichtweite eine Autobahn, links etwa einen Kilometer entfernt, eine erhöhte Trasse, wohl eine zukünftige Zubringerstraße zu dem terrassierten „Bauerwartungsland“, zum Teil mit Schotter oder Kies bedeckt, mit gelben Holzstöckchen abgeteilt. Welche Industriebetriebe, Werkstätten, Wohnhäuser werden dort in 5 Jahren stehen? Wird dann auch die Baumwolle vor Ort zu bunten Stoffen verarbeitet.
Die Autobahn vom Norden nach Süden parallel zur Bahntrasse begleitete uns die ganze Reise. Sie war noch nicht in Betrieb ebenso wie die Schnellzugstrecke bis Kashgar. Wie wir jetzt lesen konnten, wurde die Autobahn G0711 Urumqi-Yuli am 26. Dezember offiziell freigegeben: Statt der bisherigen sieben Stunden fährt man jetzt von Urumqi nach Korla in der Hälfte der Zeit. Das Kernstück, der Tianshan-Shengli-Tunnel, mit 22,13 Kilometer längster Autobahntunnel der Welt, der das Himmelsgebirge in nur 20 Minuten unterquert, wofür früher mehrere Stunden über die Bergpässe und Serpentinen nötig waren.
Aber die Unterführungen unter die Autobahn waren zu eng, um als Autostraßen zu dienen, wohl aber um Tieren einen Weg zu bieten und Regenwasser einen Weg zu bahnen, Überschwemmungen zu vermeiden. Dazu auch die Regenauffangbecken und betonierte Wasserableitungen, wie ich sie im chinesischen Straßenbau in Äthiopien sehen konnte.
Welch ein Kraftaufwand, die Infrastruktur in einer ganzen Provinz aufzubauen, die doppelt so groß ist wie Deutschland. Welch ein OptimismusI Und welche Lebensfreude, die wir abends in Kashi im Park erleben durften: zu Musik aus dem Getto-Blaster tanzten Anwohner, traditionell zu ihrer Musik, die sich, wie wir hörten, dort regelmäßig treffen, um zu tanzen – so wie ihre Landsleute im Osten zu TaiChi…
Online-Flyer Nr. 857 vom 23.01.2026
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Vom Lernen: Chinareise bildet
Von Georges Hallermayer
Im November eine dreiwöchige Chinareise: Mit Beijing die Historie des Reichs der Mitte, mit Senzhen das Silicon Valley und in der Provinz Xinjiang die Uiguren als größte Minderheit kennenlernen. Da kommen Erinnerungen hoch: Als ob es gestern gewesen wäre. Ich sehe sie vor mir, Anfang der achtziger Jahre in Dortmund: eine Gruppe älterer Herren in gleich-grauen Anzügen mit Mao-Button am Revers, begleitet von einer Dolmetscherin – chinesische Ingenieure, gekommen um Deutsch zu lernen, um das abgewickelte Dortmunder Hoesch-Stahlwerk in zwei Jahren abzubauen und in China wieder aufzubauen - Know-how-Transfer. (Zu der Zeit verkaufte China Megatonnen Kohle nach Japan im Gegenzug für moderne Maschinerie.) Aber auch die Chefköche aus über einem Dutzend Provinzen kamen nach Dortmund, um in ihren Hotels und Restaurants westliche Küche vorzusetzen, die ein unvergessliches Buffet von Köstlichkeiten zum Abschied aufbauten - aus Karotten und Tomaten geschnitzte Blumen ließen alle erstaunen. Wie ich heute selbst erleben kann, sie haben es gut gelernt und weitergegeben..Genosse Liu, Germanistik-Professor seines Zeichens bleibt mir in Erinnerung. Die erzwungene Landarbeit während der zehn Jahre Kulturrevolution konnte seine Überzeugung nicht brechen, aber seine Deutsch-Kenntnisse hatten arg gelitten. Er kam nach Dortmund für ein „Praktikum“, hospitierte beim Deutsch-als Fremdsprache-Unterricht, erlernte praktisch neu die deutsche Alltagssprache und technisches Deutsch. Während seines zweiten Aufenthalts im folgenden Jahr diskutierte ich mit ihm meine geplante Dissertation zur Fremdsprachen-Didaktik. Und er bedankte sich dafür im Vorwort seiner bald darauf erschienenen Fachdeutsch-Grammatik.
Wie die Bundesregierung lud damals die nordrhein-westfälische Landesregierung chinesische Fach- und Führungskräfte ein zur Fortbildung in Industrie und Wirtschaft – überzeugt, die kapitalistische Konversion zu befördern nach Teng Hsioa Pings Einführung der chinesischen Marktwirtschaft. Doch „werch ein Illtum“ würde Ernst Jandl sagen. Die chinesischen Kolleginnen und Kollegen lernten, sie lernten „den Tiger zu reiten“. Nach dem millionenfachen Blutzoll, den China und die Sowjetunion im Kampf gegen den Faschismus zahlten, lernten sie aufzubauen, lernten aus ihren Fehlern und lernten ihre produktiven Kräfte in nur einer Generation so zu entwickeln, dass wir uns nur respektvoll verneigen können – und lernen können, diesmal von ihnen.
Ja, ich gebe es zu, der Blick von der 632 m hohen Aussichtsplattform des in der Welt zweithöchsten Shanghai Tower auf die erleuchtete nächtliche Stadt haben mich schon beeindruckt – wie es wohl andernorts, zum Beispiel in Dubai mit dem 828 m hohen Burj Khalifa, auch sein würde. Doch trotz der fast geräuschlosen, vibrationsfreien Fahrt mit dem schnellsten Aufzug der Welt hinauf – in solchen Höhen zu arbeiten und zu leben, kann ich mir nicht vorstellen. Aber was mich tief beeindruckt und zum Nachdenken brachte, war das Grün in den Straßen und der niedrige Geräuschpegel nicht nur auf dem Weg zur Ausstellung zur Stadtgeschichte von Shenzen und die Ausstellung zur „chinesischen Öffnung“ durch Präsident Teng Hsioa Ping.
Im Museum in Shenzen ökologische Raumplanung zu sehen, wie Hochhäuser mit großen Grünflächen und Einfamilienhaus-Siedlungen und Naturschutzparks kombiniert, der Verkehr auf und unter der Erde vor zwanzig Jahren für die Zukunft geplant wurde. Oder die Armut multidimensional zu bekämpfen. Oder die Aufforstung von Wüstengebieten wie in einem Video im Museum der Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas zu sehen – dort auch die Entwicklung der Produktivkräfte in China.
Das ist die Quintessenz meiner Chinareise. Jetzt sind wir die Lernenden, zu lernen, wie ein Entwicklungsland in nur 40 Jahren aus der Armut kommt und die Herausforderungen des Klimawandels bewältigt. Dass das nur in einem anderen System geht, die kapitalistische Marktwirtschaft dem Primat sozialistischer Politik unterworfen ist, nicht nur Staatsbetriebe, auch Grund und Boden.
Nicht nur Afrikaner, auch wir aus den imperialistischen Metropolen haben zu lernen von unseren chinesischen Genossen. Nicht zu imitieren, sondern mit ihnen solidarisch eine gerechte Welt - und im eigenen Land die Bedingungen zu erkämpfen für einen Weg, wo nicht mehr Gewinn Dreh- und Angelpunkt ist, sondern das Wohl der Menschen.
Die Wüste lebt...
...schrieb Klaus Leger in der Wochenzeitung "Unsere Zeit" vom 26. Dezember über die chinesische Provinz Xinjiang – wie Recht er hat, und ich konnte es selbst „erfahren“ während der zwei Tage mit der Eisenbahn durch die Wüste, eintausend Kilometer entlang der historischen Seidenstraße von der Provinzhauptstadt Urumqi über Kashi nach Kashgar im Süden. Während der stundenlangen Fahrt, von den Zugbegleitern umsorgt, die mit ihrem Wägelchen Obst, Snacks aber auch Menus anboten und immer wieder den Müll einsammelten, den Boden und die Toiletten sauber hielten.
Links und rechts des Zuges Wüste, im Norden Steinwüste, im Süden Sandwüste, getrennt durch das 7000 m hohe „Himmelsgebirge“ Tienshan, das uns in der Ferne begleitete. Da mag sich einer sich gelangweilt über die Abwechslung gefreut haben äsende Kamele zu sichten. Aber mich beeindruckte etwas anderes, die rasante wirtschaftliche Entwicklung während 70 Jahre Sozialismus in einer ehemals sehr armen, ungebildeten agrarischen Region: Xinjiang. Nicht zuletzt deshalb Gift und Galle in den Mainstream-Medien.
Mich beeindruckten die Zeichen der Entwicklung, des Aufschwungs. Starkstromleitungen zogen - mir schien kreuz und quer – übers ganze Land, und junge Bäume reihten sich links und rechts entlang dem Bahndamm, begleiteten die Fahrt kilometerlang. Das allein ließ den aufmerksamen Beobachter die zukünftige Besiedlung erahnen. Überrascht nach etwa einer Stunde Fahrt eine Handvoll Grabstelen in einem umzäunten Areal, nach Mekka ausgerichtet, wie ich sie auf dem Gräberfeld in Verdun gesehen hatte – Arbeitsunfälle am Bau habe ich mich gefragt.
Aufgeforstet wird, seit Jahrzehnten in den nordöstlichen Wüsten Chinas erfolgreich betrieben - hier mit sandresistenten und trockenheitstoleranten Baumsorten wie die „Wüstenpappel“ und der strauchartige, tiefwurzelnde Saxaul. Ab und an zu sehende kleinere Wäldchen lassen bereits zu Dörfern entwickelte Oasen vermuten.
Auf Feldern liegen große Rollen von abgeernteter Baumwolle. Sie wird nicht wie früher ins westliche Ausland verschickt, sondern – was in Afrika aktuelles Bemühen ist – im Lande verarbeitet, in den Textilfabriken im Osten, in Guangdong, Shaoxing.
Aber Wüste ist nicht Wüste – links anders als rechts vom Zug. Rechts in Sichtweite eine Autobahn, links etwa einen Kilometer entfernt, eine erhöhte Trasse, wohl eine zukünftige Zubringerstraße zu dem terrassierten „Bauerwartungsland“, zum Teil mit Schotter oder Kies bedeckt, mit gelben Holzstöckchen abgeteilt. Welche Industriebetriebe, Werkstätten, Wohnhäuser werden dort in 5 Jahren stehen? Wird dann auch die Baumwolle vor Ort zu bunten Stoffen verarbeitet.
Die Autobahn vom Norden nach Süden parallel zur Bahntrasse begleitete uns die ganze Reise. Sie war noch nicht in Betrieb ebenso wie die Schnellzugstrecke bis Kashgar. Wie wir jetzt lesen konnten, wurde die Autobahn G0711 Urumqi-Yuli am 26. Dezember offiziell freigegeben: Statt der bisherigen sieben Stunden fährt man jetzt von Urumqi nach Korla in der Hälfte der Zeit. Das Kernstück, der Tianshan-Shengli-Tunnel, mit 22,13 Kilometer längster Autobahntunnel der Welt, der das Himmelsgebirge in nur 20 Minuten unterquert, wofür früher mehrere Stunden über die Bergpässe und Serpentinen nötig waren.
Aber die Unterführungen unter die Autobahn waren zu eng, um als Autostraßen zu dienen, wohl aber um Tieren einen Weg zu bieten und Regenwasser einen Weg zu bahnen, Überschwemmungen zu vermeiden. Dazu auch die Regenauffangbecken und betonierte Wasserableitungen, wie ich sie im chinesischen Straßenbau in Äthiopien sehen konnte.
Welch ein Kraftaufwand, die Infrastruktur in einer ganzen Provinz aufzubauen, die doppelt so groß ist wie Deutschland. Welch ein OptimismusI Und welche Lebensfreude, die wir abends in Kashi im Park erleben durften: zu Musik aus dem Getto-Blaster tanzten Anwohner, traditionell zu ihrer Musik, die sich, wie wir hörten, dort regelmäßig treffen, um zu tanzen – so wie ihre Landsleute im Osten zu TaiChi…
Online-Flyer Nr. 857 vom 23.01.2026
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